hörperlen. freut sich wie ein kleines Kind, die grossen Burschen von Oberst & Buchner am budenzauber #5 präsentieren zu dürfen! Direkt von den angesagtesten Clubs in Berlin und Wien kommen sie für ein Wochenende in die Schweiz, nach Luzern, in den Südpol. Wir haben uns vorgängig mit den Jungs unterhalten und so einiges Interessantes herausgefunden!

 

hörperlen.: Wir Schweizer machen immer lustige Witze über die Österreicher und die Deutschen. Habt ihr da auch was Gutes auf Lager?

Oberst & Buchner: Welche Sprache spricht man in der Sauna? – Schwyzerdütsch

h.: Ihr wohnt ja in Wien, da denkt man nicht an erster Stelle an elektronische Musik. Was bietet denn diese Stadt? Oder anders gefragt, warum nicht mehr Bayern?

O&B: Zunächst hat es uns beide in nur einem Jahr Abstand voneinander zum Studieren nach Wien verschlagen. Musik war stets unsere Leidenschaft und logischerweise haben wir das in Wien auch weiterhin betrieben. Das Bild von Wien ist vielleicht nicht in erster Linie von elektronischer Musik geprägt, dennoch gibt es hier zahlreiche Artists im elektronischen Bereich, die auch im Ausland geschätzt werden. Von denen weiß man teilweise vielleicht nicht mal unbedingt, dass sie aus Wien sind. Im Endeffekt ist es nicht schlecht, dass diese Stadt nicht für einen Musikstil steht, sondern auch eine gewisse musikalische Geschichte aufweist, die von der Klassik über Downtempo, bis hin zu den neuen erfolgreichen Bands wie Wanda oder Bilderbuch hinreicht. Ich glaube wir haben hier ein breites Spektrum, das uns beeinflusst und wenig Schubladendenken. Das kommt uns sehr entgegen, da wir auch von vielerlei verschiedener Musik beeinflusst wurden / werden und auch stets versuchen diese Einflüsse zu verarbeiten. Wien hat uns als Stadt schon sehr gefallen als wir damals Freunde, die dort hingezogen waren, besucht haben. Außerdem denke ich, dass wir beide einfach auch ein Stückchen weg und in eine größere Stadt wollten. München wäre naheliegend gewesen, dennoch haben wir uns für Wien entschieden. Bayern ist zwar schön, Wien ist aber nicht umsonst immer wieder als die lebenswerteste Stadt der Welt ausgezeichnet worden ; ).

h.: Was sind denn die ersten drei Dinge, die euch über die Schweiz in den Sinn kommen?

O&B: Käse, Taschenmesser, Uli Hoeneß

h.: Schon einmal hier gewesen?

O&B: In Luzern selbst noch nicht, ich war jedoch schon mal in Basel und in Zürich. Zum Skifahren war ich auch schon ein paar mal in der Schweiz. Für Andi ist es das erste mal in der Schweiz. Gespielt haben wir hier gemeinsam noch nie.

h.: Ihr habt ja schon in zahlreichen Berliner Clubs gespielt. Das war bestimmt gut, keine Frage. Doch wir fragen uns, ob ihr denn auch für den Südpol Club in Luzern bereit seid? 

O&B: Ja die Auftritte in Berlin waren schon speziell, keine Frage. Aber wir freuen uns immer, wenn wir unsere Musik ein wenig nach draußen tragen können. Deswegen sind wir auch schon sehr gespannt auf den Südpol und auf Luzern. Natürlich haben wir uns auch eure vorherigen Bookings angeschaut und auch aufgrund dessen denke ich, dass wir bei euch an der richtigen Adresse sind und somit auch bereit sind für den Südpol Club.

h.: Schönbrunner Perlen. Muss man sich da eine Horde halbwüchsige, biertrinkende, rauchende und zockende Jungs vorstellen? Oder was hat es mit eurem Namen auf sich?

O&B: Die Schönbrunner Perlen, das ist eine relativ offene Gemeinschaft von musikbegeisterten Menschen aus der ein Label entstanden ist. Seit einigen Jahren sind wir Teil davon und wir hatten auch schon das Glück, auf dem Label zwei eigene EPs zu veröffentlichen, für die wir auch Remixer gewinnen konnten, deren Arbeit wir sehr bewundern. Zu den oben genannten Zuschreibungen zur Gruppe: Halbwüchsig würde ich die Gruppe eher nicht beschreiben. Es sind sehr viele erfahrene Leute dabei von denen wir sehr viel lernen können. Biertrinkend trifft auf jeden Fall mindestens teilweise zu, einige Raucher gibt’s auch ; ) Mit Zockern haben die meisten wohl eine gewisse “Nerdigkeit“ gemeinsam, also unglaublich viel Zeit mit der Musik und allem drum und dran, also auch technischen Details, zu verbringen.

h.: Was bevorzugt ihr: LIVE oder DJ-Set?

O&B: Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Grundsätzlich sind das zwei ganz unterschiedliche Dinge, auch wenn das für das Publikum oftmals nicht zu unterscheiden ist. Ein DJ-Set gibt uns die Möglichkeit, Musik die wir mögen anderen Leuten zu präsentieren und auf die Stimmung und den generellen Vibe im Raum zu reagieren. Unser Liveset sehen wir eher, auch wenn es aufs erste nicht danach klingt, wie ein Konzert. Spannender ist also ein Liveset allemal.

h.: Warum LIVE? Wie erklärt ihr euren Omis eure Auftritte?

O&B: Wir präsentieren ausschließlich eigene Stücke und die Abfolge der Tracks ist klar. Die Reaktion des Publikums ist beim Live-Spielen noch ein wenig wichtiger als beim DJ-Set. Das Spielen mit Drum Machines und Synthesizern macht das Ganze besonders spannend und es ist jedes Set doch ein wenig anders. Die Technik muss obendrein problemlos funktionieren und man muss immer 100% konzentriert sein, um keine Fehler zu machen. Der Adrenalin-Ausstoß ist bei einem Liveset in meinen Augen ungleich höher.

h.: Wo nehmt ihr die Inspiration für eure Tracks her? Eher in der Badewanne oder beim Hören von anderen Musikern?

O&B: Ein wichtiger Punkt ist, dass wir schon seit sehr langer Zeit musikalisch zusammenarbeiten. Daher haben wir auch schon verschiedenste musikalische Phasen durchlebt und diese Einflüsse aus unserer gemeinsamen Band-Zeit hört man auf jeden Fall heraus. Als Inspiration dienen uns sehr viele Dinge. Andere Musiker oder Bands sind natürlich eine wichtige Inspirationsquelle. Den Einfluss von außen kann und sollte man nie ausblenden. Hinzu kommen auf jeden Fall Reisen, gemeinsame Erlebnisse, die Menschen die wir um uns haben und auch unser jeweiliges Studium als Inspiration. Außerdem kann auch jeder Auftritt, das Gefühl und die Stimmung, die man dabei erlebt, Inspiration sein.

h.: Was dürfen wir denn von eurem Auftritt erwarten?

O&B: Wir werden lediglich eigene Produktionen mit einem Setup aus Synthesizern und Drum Machines zum Besten geben. Einen Laptop zur Unterstützung haben wir auch dabei. Wir sind gespannt, geben alles und erfahrungsgemäß werden wir sehr viel schwitzen ; )

h.: Ein Wort zum mitgelieferten Mix?

O&B: Der Mix ist ein DJ-Mix und enthält unsere derzeitig favorisierten Produktionen. Die stammen zum einen von „üblichen Verdächtigen“, also von Musikern die wir schon seit langem verfolgen und gut finden. Außerdem ist ein eigener, noch nicht veröffentlichter, Track mit dabei so wie ein Stück von Freunden hier aus Wien. Wir hoffen euch gefällt der Mix, im Südpol hört ihr dann unser Liveset.

h.: Habt vielen Dank für den Mix und die Antworten! Das hören wir uns gleich mal an. Wir freuen uns auf euch!