Just Emma spielten im Kater Blau schon 11 Stunden am Stück. Wieso? Weil die Leute nicht mehr gehen wollten. Mit ihrem Musikzauber bringen sie dich dazu, im Moment zu leben und dich der Realität zu entziehen. Ganz bestimmt auch am budenzauber. Freu dich. Es wird riesig!

hörperlen.: Erzählt mal, wer ist Just Emma?

Just Emma: Wer kennt sie nicht, die kleinen, geheimnisvollen Tante Emma Läden… ;). Ne, Just Emma ist quasi unser Sprachrohr zur Aussenwelt. Wenn man Emma personifizieren würde, wäre sie ein kleinsttemperamentvolles, verbummeltes, liebenswertes, Mädchen, das dich an der Hand und mit auf eine Reise nimmt. Sie zeigt dir wie schön und lebenswert das Leben sein kann und steckt dich an mit ihrer Fröhlichkeit. Dennoch trägt sie einen gewissen Weltschmerz und Fernweh in sich. Das sind alles Gefühle, die jeder Mensch in sich trägt und Emma macht sie zu einer Geschichte und lässt dich einfach nur sein.

hörperlen.: Wunderschön gesagt :). Ihr schreibt ja auch, dass ihr über den Wolken und nahe am Meer lebt. Das tönt wiederum nach Freiheit und diese Freiheit vermittelt ihr ja auch in eurer Musik. Ist das wichtig für euch?

Just Emma: Klar das ist sehr wichtig für uns, in diesem Moment bist du völlig autonom und kannst dich frei von Zwängen, jedenfalls für einen Moment, der Realität entziehen.

hörperlen.: Neben eigenen Tracks produziert ihr ja auch regelmässig Remixes von anderen Künstlern. Wie entscheidet ihr von welchem Track ihr einen Remix macht?

Just Emma: Wir müssen das gewisse Etwas in einem Track sehen, sei es ein Vocal oder eine Melodie, die einen kreativ werden lassen. Dann fängt der Kopf automatisch zu rattern an. Ist das nicht der Fall, macht ein Remix überhaupt keinen Sinn. Da quält man sich dann durch und ist im Endeffekt mit dem Resultat überhaupt nicht zufrieden, weil einem der Bezug fehlt.

hörperlen.: Das gewisse Etwas ist zwar vorhanden, an den Track habt ihr euch aber (noch) nicht getraut. Gibt es solche Beispiele? 

Just Emma: Natürlich hat jeder so seine Lieblingstracks. Die sind aber einfach schon so fabelhaft wie sie sind und da finden wir es quatsch auf Krampf einen Remix oder Edit zu machen. Sie sind ja schon perfekt. Alles andere würde den Zauber nehmen.

hörperlen.: Diesen Zauber, ihr nehmt ihn ja an viele Orte mit. So habt ihr unter anderem am Heimlich Geburstagsfest in Wien gespielt und wart kürzlich in Zürich. Gibt es Unterschiede zwischen Gigs in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Just Emma: Im Grunde nicht, jedoch ist die Hörerschaft der Slowmusik in Deutschland noch nicht ganz so gross wie im Ausland. Aber es kommt :). Slowmusikanhänger sind weltweit derselbe Schlag Mensch, bloss mit kleinen, feinen Unterscheiden ihrer Kultur. Eigentlich könnte man sie auch die Hippies der elektronischen Musik nennen.

hörperlen.: Ihr habt sicherlich unzählige wunderbare Momente erlebt. Welchen Gig werdet ihr nicht mehr vergessen und wieso?

Just Emma: Oh das ist wirklich eine sehr schwere Frage. Spontan muss ich sagen, hat uns das Heimlich Geburtstagsfest in Wien total aus den Socken gehauen. Was für eine Euphorie, das Publikum ist total ausgerastet und hat geschrien und gepfiffen, wir haben jedes mal Gänsehaut und ein grosses Grinsen auf den Lippen, wenn wir daran denken. Ansonsten Kater Blau. Da haben wir beim ersten Mal 11 Stunden gespielt und die Leute wollten einfach nicht gehen. Auf dem Plötzlich am Meer Festival in Polen, als wir am Strand in den Sonnenuntergang gespielt haben und Alex und ich ein Gänsehautbattle hatten. Unvergesslich werden aber auch immer unsere Gigs in Oslo im „Gudruns“ bleiben. Es war ein sehr prägender Club von Freunden mit besonderen, herzlichen Menschen und sehr unvergesslichen gefühlsintensiven Augenblicken. Ja, das sind diese Momente wo alles einen Sinn macht und die man im Herzen trägt. San Francisco, Tel Aviv waren aber auch toll, ach da könnten wir ewig weiterschreiben.

hörperlen.: Da hoffen wir, dass wir hier nächstes Mal auch aufgeführt werden ;).