Kurz vor dem Start des fünften budenzaubers stand uns Stiglitz Red und Antwort. Wir haben mit ihm unter anderem über seine Solo-Auftritte, die „Insel“ und seine liebsten Tracks gesprochen. So viel schon vorweg: Acid Pauli ist da mit dabei.

hörperlen.: Hallo Roman. Schön dich wieder bei uns zu haben. Dieses Mal bist du jedoch Solo unterwegs. Wie unterscheiden sich die Stiglitz-Auftritte zu Auftritten mit bernstein? Was gefällt dir daran? Was vermisst du dabei?

Stiglitz: Dass ich in letzter Zeit vermehrt Solo unterwegs bin, hat damit zu tun, dass Mathias mit seinem Studium und seinen Solo-Projekt „Bernstein“ viel zu tun hat. Für mich hingegen macht Auflegen gerade sehr viel spass. Stiglitz & Bernstein gibts nun doch schon eine Weile. Dass es mal eine Phase gibt, wo sich unsere Prioritäten verschieben, war ja absehbar. Soll aber nicht heissen, dass wir nicht mehr zusammen spielen! Wichtig ist, dass uns Techno weiterhin fasziniert und das tut’s uns beide mehr denn je.
Um eure Frage zu beantworten, Stiglitz & Bernstein sind wohl eher was für die Peaktime, Stiglitz besser für das Intro. Und was ich daran vermisse? Bisschen quatschen und Seich machen zwischen den Tracks…

h.: Dann passt das heute Abend mit dem Intro ja wunderbar. Du spielst ja immer wieder auch unter freiem Himmel. Wie unterscheidet sich für dich ein Auftritt draussen am Tag zu einem Club-Set?

S: Leider spiele ich zu wenig unter freiem Himmel :). Draussen ist die Stimmung halt ganz anders. An einer DayDance startet man ja meistens in den Tag, die Leute wollen reden und hängen an der Sonne rum. Das ermöglicht dem DJ etwas mehr zu experimentieren. Ich spiele dann gerne Tracks die ich im Klub eher in einem Intro spielen würde, wie zum Beispiel: „Kalimbas“ von Carrot Green oder „Mysteri Nights“ von Carlos Capslock (DaDa Attack Remix). Club-Sets brauchen im Vergleich, meiner Meinung nach, ein bisschen mehr Druck. Die Leute wollen tanzen, sonst werden sie müde oder gehen weiter. Eine Nacht in Luzern startet ja normalerweise um 12 und endet um 5 Uhr. Da will man schon nach hause gehen und bisschen gefeiert haben. Gerade wenn man gerne etwas langsamer spielt, so wie ich, verspürt man diesen Druck.

h.: Du organisierst ja regelmässig auch wunderbare musikalische Events. Was reizt dich daran?

S: Wir machen seit Ende 2015 eine eigene Partyreihe namens „Insel“. Hinter Insel stecken neben mir noch drei weitere tatkräftige Personen und natürlich eine menge Helfer. Partys wie die DayDance „Insel im Walde“, die „Insel unterwasser“ Party mit Canson im Uferlos oder unsere erste Fete mit Mimi Love, machen uns unglaublich spass zu organisieren. Auch wenn manchmal ziemlich anstrengend, haben wir noch einige Inselpartys vor und viele Booking- und Deko-Ideen im Hinterkopf.
Wir gehen alle selber gerne feiern, lieben die Musik und die Vibes die spezielle Techno-Party oder Open-Airs bekommen können. Unserer Meinung nach, und da sind wir bestimmt nicht die einzigen, gehört zu einer guten Party weit mehr als nur ein fettes Booking und ein bisschen Plastikdeko. Das fängt bei der Tür an und hört bei einer Matratze in der Ecke, Prosecco und dem altbewährten Glitzer auf…

h.: Haha. Das stimmt natürlich. Wie sehen denn deine nächsten musikalischen Projekte aus? Hast du für den Sommer etwas Spezielles geplant?

S: Ich hoffe auf möglichst viele Open-Air Bookings und freu mich jetzt schon speziell auf einzelne Auftritte im Sommer 2016. Natürlich darf auch das Feiern, wie zum Beispiel am Garbicz, nicht zu kurz kommen. Das macht mir nämlich fast ebenso viel spass wie auflegen ;). Ob es dieses Jahr von uns nochmals eine DayDance gibt, wissen wir noch nicht, auch wenn wir alle mega happy über letzten Samstag sind. Jetzt brauchen wir erstmal eine Pause.

h.: Du hast zuvor die vielen Booking-Ideen erwähnt. Welchen Künstler möchtest du unbedingt mal noch Luzern holen und wieso?

S: Acid Pauli oder Wide Awake, weil geil.

h.: Das zählt als Argument. Welchen Track feierst du momentan am Meisten (Neben Acid Pauli – Nana )?

S: Sabo – Black Flowers (SolSelectas)

h: Gibt es einen Track, welcher in deinem Set nicht fehlen darf und wenn ja, wieso?

S: Satoris Remix von „Unders – Syria“ hat schon eine krasse Energie, welche, zum richtigen Zeitpunkt gespielt, mir regelmässig eine Gänsehaut verpasst, wie ich es schon lange nicht mehr bei einem Track erlebt habe. Auch ganz geil; Pollux (Front de Cadeaux Arabic Edit) von Heretic.

h: Was erwartet uns im Südpol?

S: Irgendwas zwischen 105 und 118 bpm.

h.: Geil, wir freuen uns. Besten Dank für deine Zeit und bis später.